Leserbrief in "Die Presse" 17. Juli, (auf Quergeschrieben von Christian Ortner)

Ein derzeit, vor allem auch in Berlin, hochbrisantes Thema (Menschenrecht auf billige Wohnung?), aber von Ch. Ortner leider einseitig argumentiert: mit einer Durchschnittsmiete wird er nur der Statistik per se gerecht, den Wohnungssuchenden nützt diese gar nichts, weil sie an die, den Durchschnittspreis senkenden Wohnungen, nicht herankommen. Weggelassen hat Ch. Ortner leider auch sehr wichtige Nebenaspekte, wie die Stadt Wien, die durch regelmäßige, inflationsunabhängige Gebührenerhöhungen für Müll, Wasser, Gas etc. die Betriebskosten so erhöht, dass Gerüchte entstehen, damit würde die Stadt ihren gewaltigen Schuldenberg reduzieren wollen. Weiters fehlt der Hinweis, dass es sich um einen Trend handelt, der sich in den letzten 10 - 15 Jahren überproportional verstärkt und schon dadurch einen Alarm auslösen müsste. Und schlussendlich kommt dazu, dass Regierung (Bund und Wien) und Justiz nahezu tatenlos zusehen, wie unseriöse Immobilien-"Entwickler" mit teils brutalen Methoden (Gasleitungen und/oder Fenster und/oder Dächer werden im Winter renoviert) vorgehen, bis selbst beharrliche Mieter ausziehen. Die neuen Wohnungen werden dann um ein Vielfaches vermietet oder verkauft. Beispiele für derartige soziale "Verschiebungen" gibt es weltweit und die dadurch oft entstandenen Ghettos wurden und werden regelmäßig kritisiert - offensichtlich vergeblich!